Keramikschule " La Meridiana" in Italien

vom 21.09.2019

Seine Workshop-Angebote sind sehr vielseitig. Ich entschied mich, weitere komplizierte Techniken und außergewöhnliche Oberflächengestaltungen für raffinierten Schmuck aus feinem Porzellan, kennen zu lernen. Der Fokus lag auf dem Schlickerguss - feines flüssiges, auch verschiedenfarbiges Porzellan schichtweise in Gips-Formen zu gießen, die wir vorher selbst unter seiner Anleitung hergestellt hatten. Zum Beispiel, geometrische, aber auch organische Formen die mit Hilfe von Naturmaterialien entstanden sind.

In die von uns selbst hergestellten Gipsformen füllten wir Porzellan-Schlicker, ließen je nach Zeitvorgabe ca. 3-6 Minuten antrocknen und pusteten lustigerweise mittels einem Strohhalm den Rest wieder heraus. Nach dem Trocknen entnahmen wir unsere kleinen filigranen Kunstwerke aus Porzellan und konnten sie dann mit verschiedenen Techniken weiter be- und verarbeiten. Wir verschönerten und veredelten, ganz individuell, mit Ritzen oder Schneiden, mit Metallsalzen, trockenen Glasuren, Craquele-Effekten, Edelmetallen usw.

Trotz angespanntem Arbeiten blieb in den Pausen Zeit zum Austausch und zum intensiven Kennenlernen. Da kam mir zu Gute, dass ich mich schon im Vorfeld auf das Zusammentreffen mit den Künstlern aus so unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen gründlich vorbereitet hatte. Jeder Teilnehmer bekam von mir Informationsmaterial über meine Heimatstadt Dresden und der Meissner Porzellanmanufaktur, die ich von zu Hause mitgebracht hatte. Ich berichtete über die vielen historischen Sehenswürdigkeiten und die Kunstschätze in Dresden und deren Umgebung. Besonderes Interesse galt der Erfindung des ersten “Europäischen Porzellans“ von Johann Friedrich Böttger, auf der Albrechtsburg Meißen.

Das Thema “ Porzellan war allgegenwärtig, und so tauschten wir auch am Abend in geselliger Runde bei leckerem mediterranem Essen und bei so mancher Flasche toskanischem Wein unsere Erfahrungen und Visionen auch in Sachen “Europäischer Gemeinschaft“ in freundschaftlicher Atmosphäre, getragen von gegenseitiger Anerkennung und Achtung, aus. Wir waren uns einig, dass jeder von jedem lernen kann, und so stehen wir seitdem in engen Kontakt.

Am Spannensten war das Experimentieren mit verschiedenen Natur-Materialien! Was haben zum Beispiel Zigarettenpapier, Zigarettenfilter und Chips mit Porzellan zu tun??? Das kann jeder erfahren, der an meinem Unterricht und demnächst an einem Porzellan-Workshop in der Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz oder überregional teilnehmen wird.

Die Fortbildung hat mir sehr geholfen noch weiter tiefgreifender die Besonderheiten des keramischen Materials “Porzellan“ kennenzulernen, die komplizierte spezifische Be- und Verarbeitung in Zusammenhängen besser zu verstehen und entsprechende Schlussfolgerungen für meine künftige Lehrtätigkeit zu ziehen.

Das von mir neu erworbene Fachwissen mit den praktischen Fähig- und Fertigkeiten, in der beschriebenen Kunsttechnik, ist auch eine wichtige Grundlage für eine interessante methodisch- didaktische Gestaltung meines Unterrichts, der damit eine wesentlich höhere Qualität erhält.

Wir erwarten mit der Steigerung der Attraktivität der Kurse, neue Kursteilnehmer und die Erhöhung des Bekanntheitsgrades unserer Schule. Im Kollegium der MTK werde ich in Dienstberatungen und Zusammenkünften über meine Fortbildung berichten und sehr gern fachübergreifende Anregungen geben.

Da die Kurssprache ausschließlich in Englisch durchgeführt wurde, konnte ich auch diesbezüglich meine Kenntnisse festigen und erweitern.

In unserer Region gibt es keine adäquaten Kursangebote, so dass ich damit das Projektziel, neue Alleinstellungsmerkmale unserer Schule zu finden, aktiv auch überregional unterstützen kann.

Schon heute freue ich mich, neue interessante keramische Gestaltungsmöglichkeiten an alle neugierigen Kunstinteressierten weiter geben zu können.

Gudrun Sochorik

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Schmuckstücke aus Porzellan
Schmuckstücke aus Porzellan